IPv6-Adresse: Aufbau, Adresstypen und Unterschied zu IPv4
Kurz gesagt
Eine IPv6-Adresse ist 128 Bit lang und wird als acht Blöcke zu je vier Hexadezimalziffern geschrieben, getrennt durch Doppelpunkte, etwa 2001:0db8:0000:0000:0000:0000:0000:0001 oder kurz 2001:db8::1. Die vordere Hälfte, das Präfix, bezeichnet das Netz und stammt von Ihrem Internetanbieter; die hintere Hälfte, die Interface-ID, bildet das Gerät meist selbst. IPv6 ist der Nachfolger von IPv4 und bietet rund 340 Sextillionen Adressen.
Auf dieser Seite
- Was ist IPv6?
- Nutzen Sie gerade IPv6?
- Aufbau einer IPv6-Adresse
- IPv6-Adresstypen: Woran Sie erkennen, wofür eine Adresse gilt
- Warum hat ein Gerät mehrere IPv6-Adressen?
- IPv4 vs. IPv6: die Unterschiede im Überblick
- Eigene IPv6-Adresse finden
- IPv6 testen und IPv6-Adressen aufrufen
- IPv6 deaktivieren: sinnvoll oder nicht?
- IPv6-DNS-Server von Cloudflare, Google und Quad9
- IPv6-Lookup: Was verrät eine IPv6-Adresse?
IPv6 steht für Internet Protocol Version 6 und ist der Nachfolger von IPv4, dessen rund 4,3 Milliarden Adressen nicht mehr für alle Geräte reichen. Die folgenden Abschnitte erklären Aufbau, Kurzschreibweise und Adresstypen und vergleichen IPv4 mit IPv6. Danach finden Sie Ihre eigene IPv6-Adresse, testen die Verbindung und erfahren, welche IPv6-DNS-Server es gibt und ob Sie IPv6 abschalten sollten.
Was ist IPv6?
IPv4-Adressen sind 32 Bit lang. Das reicht für rund 4,3 Milliarden Adressen, und die sind vergeben: Die IANA hat 2011 ihre letzten freien IPv4-Blöcke verteilt, das für Europa zuständige RIPE NCC folgte 2019.
IPv6 nutzt 128 Bit. Das ergibt 2¹²⁸ oder rund 340 Sextillionen Adressen, eine Zahl mit 39 Stellen. Damit kann wieder jedes Gerät eigene, weltweit eindeutige Adressen bekommen. Die erste IPv6-Spezifikation erschien 1995, heute gilt RFC 8200 aus dem Jahr 2017. IPv4 und IPv6 sind nicht direkt kompatibel, deshalb laufen in den meisten Netzen beide Protokolle parallel („Dual Stack“). Die Grundlagen zu IP-Adressen erklärt die Seite Was ist eine IP-Adresse?
Nutzen Sie gerade IPv6?
Ihre öffentliche IP-Adresse
216.73.216.128
- Standort
- Columbus, Ohio, Vereinigte Staaten
- Provider
- Anthropic, PBC (AS16509)
- Zeitzone
- America/New_York (UTC−4)
- Koordinaten
- 39.96, -83.00
Diese Adresse sehen Websites. Der Standort ist eine Schätzung und kann um eine Stadt oder mehr abweichen. Die lokale IP Ihres Geräts (oft 192.168.x.x) ist eine andere und gilt nur in Ihrem Netzwerk.
Die Box zeigt die öffentliche IP-Adresse, mit der Ihr Gerät diese Seite gerade abgerufen hat. Stehen darin Doppelpunkte, läuft Ihre Verbindung über IPv6. Eine Adresse mit Punkten heißt: Für diesen Abruf wurde IPv4 genutzt, meist weil Ihr Anschluss oder das Netz, in dem Sie gerade sind, kein IPv6 bietet. Können Gerät und Anschluss beides, bevorzugen Betriebssysteme IPv6 (RFC 6724); die Box zeigt dann nur die IPv6-Adresse.
Aufbau einer IPv6-Adresse
Schreibweise und Kurzform
Eine IPv6-Adresse besteht aus acht Blöcken zu je 16 Bit, getrennt durch Doppelpunkte. Jeder Block hat vier Hexadezimalziffern: 0 bis 9 und a bis f, wobei a bis f für die Werte 10 bis 15 stehen. Eine Ziffer entspricht 4 Bit.
2001:0db8:04a1:2c00:0000:0000:0000:0001
RFC 4291 erlaubt Kürzungen, RFC 5952 legt die empfohlene Kurzform fest:
- Führende Nullen eines Blocks fallen weg:
0db8wird zudb8,0000zu0. - Die längste Folge von Null-Blöcken wird durch
::ersetzt. Das geht nur einmal pro Adresse, sonst wäre unklar, wie viele Blöcke fehlen. - Ein einzelner Null-Block bleibt
0und wird nicht durch::ersetzt. - Sind zwei Null-Folgen gleich lang, wird die erste gekürzt.
- Buchstaben stehen klein.
| Ausgeschrieben | Empfohlene Kurzform |
|---|---|
| 2001:0db8:04a1:2c00:0000:0000:0000:0001 | 2001:db8:4a1:2c00::1 |
| 2001:0db8:0000:0000:0000:0000:0002:0001 | 2001:db8::2:1 |
| 2001:0db8:0000:0001:0001:0001:0001:0001 | 2001:db8:0:1:1:1:1:1 |
| 2001:0db8:0000:0000:0001:0000:0000:0001 | 2001:db8::1:0:0:1 |
| 0000:0000:0000:0000:0000:0000:0000:0001 | ::1 |
Andere Formen wie 2001:DB8:0::1 sind ebenfalls gültig, aber nicht empfohlen. Zum Zurückrechnen zählen Sie die Blöcke: 2001:db8:4a1:2c00::1 hat fünf, :: steht also für drei Null-Blöcke.
Präfix, Präfixlänge und Subnetting
IPv6 kennt keine Subnetzmaske. Die Präfixlänge hinter dem Schrägstrich gibt an, welcher Teil das Netz bezeichnet: Bei 2001:db8:4a1:2c00::/64 sind die ersten 64 Bit das Netzpräfix, die übrigen 64 Bit die Interface-ID des Geräts. Ihr Anschluss erhält vom Provider ein größeres Präfix, aus dem Ihr Router einzelne /64-Netze bildet:
| Präfixlänge | Typischer Einsatz | Enthaltene /64-Netze |
|---|---|---|
| /32 | Adressblock eines Providers (Mindestgröße beim RIPE NCC) | 4.294.967.296 |
| /48 | Firmenanschluss oder Standort | 65.536 |
| /56 | Privatanschluss | 256 |
| /64 | ein einzelnes Netz, etwa Ihr WLAN | 1, mit 2⁶⁴ oder rund 18,4 Trillionen Adressen |
Erhält Ihr Anschluss etwa 2001:db8:4a1:2c00::/56, wählt der Router die letzten beiden Ziffern des vierten Blocks: 2001:db8:4a1:2c00::/64 zum Beispiel für das Heimnetz, 2001:db8:4a1:2c01::/64 für das Gastnetz, bis 2001:db8:4a1:2cff::/64. Kleiner als /64 sollte ein Netz nicht sein, denn die automatische Adressbildung (SLAAC) braucht 64 Bit für die Interface-ID. Eine vollständige Adresse aus dem Heimnetz, 2001:db8:4a1:2c00:9d3b:6e2f:1a4c:85e7, setzt sich so zusammen:
| 2001:db8:4a1:2c | 00 | 9d3b:6e2f:1a4c:85e7 |
|---|---|---|
| Präfix des Anschlusses (56 Bit), vom Provider | Subnetz-ID (8 Bit), vom Router | Interface-ID (64 Bit), vom Gerät |
Das RIPE NCC rät Providern (Dokument RIPE-690), Privatkunden kein kleineres Präfix als /56 zu geben, und empfiehlt feste Präfixe. Ob sich Ihr Präfix etwa nach einer Neueinwahl ändert, hängt von Anbieter und Tarif ab; mehr dazu unter statische und dynamische IP-Adresse.
Interface-ID: der Geräteteil der Adresse
Die hinteren 64 Bit kennzeichnen eine Netzwerkschnittstelle in ihrem Netz. Früher bildeten Geräte sie aus der MAC-Adresse (Verfahren „Modified EUI-64“): In die Mitte kommt ff:fe, außerdem wird ein Bit umgedreht. Aus der MAC-Adresse 00:00:5e:00:53:01 wird so die Interface-ID 200:5eff:fe00:5301. Damit ließ sich ein Gerät in jedem Netz wiedererkennen. Aktuelle Betriebssysteme bilden die Interface-ID deshalb zufällig oder so, dass sie in jedem Netz anders ausfällt (RFC 7217). Steht ff:fe in der Mitte einer Interface-ID, stammt sie dagegen vermutlich aus der MAC-Adresse.
IPv6-Adresstypen: Woran Sie erkennen, wofür eine Adresse gilt
Die ersten Ziffern verraten den Adresstyp. Grundlage sind RFC 4291 und die Register der IANA:
| Adresstyp | Bereich | Erkennbar an | Gilt für |
|---|---|---|---|
| Global Unicast | 2000::/3 | beginnt heute mit 2 | das ganze Internet: öffentliche Adressen von Geräten und Servern |
| Link-Local | fe80::/10 | fe80 | nur das eigene Netzsegment; jede IPv6-Schnittstelle hat eine, Router leiten sie nicht weiter |
| Unique Local (ULA) | fc00::/7, genutzt wird fd00::/8 | fd | private Adressen im eigenen Netz, aus dem Internet nicht erreichbar |
| Loopback | ::1/128 | ::1 | das eigene Gerät, wie 127.0.0.1 bei IPv4 |
| Unspezifiziert | ::/128 | :: | „noch keine Adresse“, etwa während ein Gerät sich konfiguriert |
| Multicast | ff00::/8 | ff | Gruppen: ff02::1 erreicht alle Geräte im lokalen Netz, ff02::2 alle Router |
| IPv4-mapped | ::ffff:0:0/96 | ::ffff: | eine IPv4-Adresse in IPv6-Form, etwa ::ffff:192.0.2.1 |
| Dokumentation | 2001:db8::/32 und 3fff::/20 | 2001:db8 oder 3fff | nur Beispiele in Texten wie diesem, im Internet nie erreichbar |
Broadcast gibt es bei IPv6 nicht mehr, Multicast übernimmt diese Aufgaben. Öffentliche Adressen vergibt die IANA bisher nur aus 2000::/3.
Warum hat ein Gerät mehrere IPv6-Adressen?
Mit IPv6 hat ein Gerät fast immer mehrere Adressen: eine Link-Local-Adresse (fe80) für das lokale Netz, eine dauerhafte globale Adresse, eine oder mehrere temporäre globale Adressen und je nach Router eine Unique Local Address (fd).
SLAAC und DHCPv6: So bekommt ein Gerät seine Adressen
Meist bildet das Gerät seine Adresse selbst: Der Router verschickt regelmäßig Router Advertisements mit dem /64-Präfix des Netzes, das Gerät hängt seine Interface-ID an und prüft, ob die Adresse schon belegt ist. Dieses Verfahren heißt SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration, RFC 4862). Alternativ oder zusätzlich verteilt ein DHCPv6-Server Adressen und DNS-Server, ähnlich wie DHCP bei IPv4. Ihr Router selbst erhält das Präfix des Anschlusses meist per DHCPv6 vom Provider (Prefix Delegation).
Privacy Extensions: temporäre IPv6-Adressen
Mit einer dauerhaften globalen Adresse könnten Websites Ihr Gerät über Wochen wiedererkennen. Deshalb erzeugen gängige Betriebssysteme zusätzlich temporäre Adressen mit zufälliger Interface-ID; das Verfahren heißt Privacy Extensions (RFC 8981). Nach den Standardwerten des RFC nutzt ein Gerät eine temporäre Adresse einen Tag lang für neue Verbindungen, nach zwei Tagen ist sie ungültig. Für ausgehende Verbindungen bevorzugen Geräte die temporäre Adresse (RFC 6724). Das Präfix des Anschlusses bleibt dabei gleich.
IPv4 vs. IPv6: die Unterschiede im Überblick
| Merkmal | IPv4 | IPv6 |
|---|---|---|
| Länge | 32 Bit | 128 Bit |
| Anzahl Adressen | rund 4,3 Milliarden | rund 340 Sextillionen |
| Schreibweise | vier Dezimalzahlen mit Punkten: 192.0.2.1 | acht Hexadezimalblöcke mit Doppelpunkten: 2001:db8::1 |
| Netzgröße | Subnetzmaske (255.255.255.0) oder Präfix (/24) | nur Präfixlänge, für ein Netz meist /64 |
| Heimnetz | private Adressen, nach außen per NAT eine gemeinsame öffentliche Adresse | jedes Gerät hat eigene öffentliche Adressen, NAT ist nicht nötig |
| Automatische Konfiguration | DHCP | SLAAC und/oder DHCPv6 |
| Broadcast | ja | nein, ersetzt durch Multicast |
| Nachbarn im Netz finden | ARP | Neighbor Discovery über ICMPv6 |
| Header | 20–60 Byte, mit Prüfsumme | 40 Byte, ohne Prüfsumme, Optionen in Erweiterungs-Headern |
| Fragmentierung | durch Absender und Router | nur durch den Absender |
| DNS-Eintrag | A | AAAA |
Schneller ist IPv6 nicht automatisch, das hängt vor allem vom Weg durch das Netz ab. Auch sicherer ist es nicht von sich aus: IPsec war für IPv6 anfangs Pflicht, ist heute aber nur noch empfohlen und funktioniert auch mit IPv4. Im Heimnetz schirmt bei IPv4 das NAT die Geräte nebenbei ab, bei IPv6 übernimmt das allein die Firewall des Routers. Router blockieren unaufgeforderte Verbindungen von außen in der Regel ab Werk.
IPv4 oder IPv6: Was nutzt Ihr Anschluss?
Sie müssen sich nicht für eine Version entscheiden, das legt Ihr Anschluss fest. Drei Varianten sind verbreitet:
- Dual Stack: Der Router hat eine öffentliche IPv4-Adresse und ein IPv6-Präfix. Geräte nutzen IPv6, wo das Ziel es unterstützt, sonst IPv4. Klappt eine IPv6-Verbindung nicht, weicht der Browser nach Sekundenbruchteilen auf IPv4 aus („Happy Eyeballs“, RFC 8305). Üblich ist das bei vielen DSL-Anschlüssen.
- DS-Lite (Dual-Stack Lite): Eigene öffentliche Adressen gibt es nur für IPv6. IPv4 läuft durch einen Tunnel zum Provider und teilt sich dort eine öffentliche Adresse mit anderen Kunden (RFC 6333). Das ist bei vielen Kabelanschlüssen und bei manchen Glasfaseranbietern üblich.
- Nur IPv6: Manche Netze vergeben keine IPv4-Adressen mehr; IPv4-Ziele erreichen Geräte dann über eine Übersetzung beim Anbieter (NAT64, Präfix 64:ff9b::/96).
Hat Ihre FRITZ!Box nur eine öffentliche IPv6-Adresse, liegt meist DS-Lite vor. Prüfen können Sie das unter Internet > Online-Monitor auf der Registerkarte Verbindungsdetails: Steht in der Zeile Internet, IPv4 eine Adresse zwischen 192.0.0.0 und 192.0.0.7, läuft IPv4 durch den DS-Lite-Tunnel. Surfen klappt trotzdem mit beiden Protokollen, nur Portfreigaben über IPv4 funktionieren nicht. Von außen erreichen Sie Geräte im Heimnetz dann nur über IPv6. Eine eigene öffentliche IPv4-Adresse bieten manche Anbieter als Option oder in Geschäftskundentarifen an.
Eigene IPv6-Adresse finden
Die Box oben zeigt die öffentliche IPv6-Adresse, mit der Sie gerade surfen, sofern Ihre Verbindung IPv6 nutzt. Alle Adressen eines Geräts stehen in seinen Netzwerkeinstellungen; anders als bei IPv4 sind die globalen Adressen dort schon öffentlich: Adressen mit 2 am Anfang gelten im Internet, solche mit fe80 oder fd nur im lokalen Netz. Anleitungen für IPv4 und weitere Geräte finden Sie unter IP-Adresse finden.
Windows 11 und 10: IPv6-Adresse mit ipconfig
- Drücken Sie Windows-Taste + R, geben Sie
cmdein und klicken Sie auf OK. - Geben Sie
ipconfigein und drücken Sie die Eingabetaste. - Suchen Sie den Abschnitt Ihres Adapters, etwa Drahtlos-LAN-Adapter WLAN.
| Zeile in ipconfig | Bedeutung |
|---|---|
| IPv6-Adresse | dauerhafte globale Adresse des PCs |
| Temporäre IPv6-Adresse | wechselnde globale Adresse für Verbindungen ins Internet |
| Verbindungslokale IPv6-Adresse | Link-Local-Adresse (fe80), gilt nur im lokalen Netz; die Zahl nach „%“ bezeichnet den Adapter |
| Standardgateway | der Router, bei IPv6 meist mit einer fe80-Adresse |
macOS: IPv6-Adresse in den Systemeinstellungen
- Wählen Sie Apple-Menü > Systemeinstellungen und klicken Sie in der Seitenleiste auf Netzwerk.
- Klicken Sie auf Ihre Verbindung, etwa WLAN, und dann auf Details.
- Klicken Sie auf TCP/IP. Unter IPv6 konfigurieren stehen die IPv6-Adresse, die Präfixlänge und der Router.
Im Terminal listet ifconfig | grep inet6 alle IPv6-Adressen auf; temporäre sind mit temporary markiert.
iPhone und Android: IPv6-Adresse im WLAN
iPhone (iOS 27):
- Öffnen Sie Einstellungen > WLAN.
- Tippen Sie neben dem verbundenen Netz auf die Info-Taste (i).
- Tippen Sie im Abschnitt IPv6-Adresse auf IP-Adresse.
Android (Google Pixel, Android 17):
- Öffnen Sie Einstellungen > Netzwerk & Internet > Internet.
- Tippen Sie neben dem verbundenen WLAN auf das Zahnrad.
- Scrollen Sie zu den Netzwerkdetails. Dort stehen die IPv6-Adressen.
Bei anderen Herstellern heißen die Menüs etwas anders, siehe IP-Adresse am iPhone und Android-Handy.
FRITZ!Box: IPv6-Adresse und Präfix des Anschlusses
- Öffnen Sie
http://fritz.boxim Browser und melden Sie sich an. - Klicken Sie auf Internet > Online-Monitor.
- Öffnen Sie die Registerkarte Verbindungsdetails.
- Lesen Sie in der Zeile Internet, IPv6 die IPv6-Adresse der FRITZ!Box und das IPv6-Präfix Ihres Anschlusses ab, etwa ein /56.
Unter Linux listet ip -6 addr show alle IPv6-Adressen auf; mehr dazu unter IP-Adresse unter Linux anzeigen.
IPv6 testen und IPv6-Adressen aufrufen
IPv6-Verbindung testen
Neben der Box oben hilft ein Ping an eine öffentliche IPv6-Adresse, etwa an den DNS-Server von Google:
| System | Befehl |
|---|---|
| Windows (Eingabeaufforderung oder PowerShell) | ping -6 2001:4860:4860::8888 |
| macOS (Terminal) | ping6 -c 4 2001:4860:4860::8888 |
| Linux | ping -6 -c 4 2001:4860:4860::8888 |
Kommen Antworten, funktioniert IPv6. Meldet der Befehl einen Fehler, fehlt Ihrem Gerät die IPv6-Verbindung ins Internet. Welche IPv6-Adresse eine Domain hat, verrät ihr AAAA-Eintrag: nslookup -type=AAAA example.com.
Auf eine IPv6-Adresse zugreifen
Im Browser setzen Sie eine IPv6-Adresse in eckige Klammern: http://[2001:db8::1]/, mit Port http://[2001:db8::1]:8080/. Ohne Klammern wäre unklar, welcher Doppelpunkt die Portnummer abtrennt. Für SSH reicht die Adresse ohne Klammern: ssh benutzer@2001:db8::1. Zwei Hürden gibt es:
- Link-Local-Adressen (fe80) gelten nur zusammen mit dem Adapter, etwa
fe80::1%12. Ein Ping klappt damit, Browser unterstützen diese Angabe aber nicht. Rufen Sie den Router und Geräte im Heimnetz deshalb über ihren Namen auf, etwa fritz.box, oder über ihre IPv4-Adresse. - Zugriff von außen klappt nur, wenn die Firewall Ihres Routers ihn zulässt. Bei der FRITZ!Box richten Sie dafür unter Internet > Freigaben eine Freigabe für das Gerät ein. Ändert sich das Präfix Ihres Anschlusses, ändert sich auch die Adresse des Geräts.
IPv6 deaktivieren: sinnvoll oder nicht?
Meist nicht: IPv6 ist bei der FRITZ!Box und bei aktuellen Betriebssystemen ab Werk aktiv, bei DS-Lite sogar unverzichtbar. Microsoft rät davon ab, IPv6 in Windows abzuschalten, weil manche Windows-Komponenten sonst nicht funktionieren. Auch Datenschutz ist kein Grund, dafür sorgen die temporären Adressen.
Sinnvoll ist das Abschalten vorübergehend zur Fehlersuche, etwa wenn ein älteres Gerät oder Programm mit IPv6 nicht zurechtkommt oder Seiten auffällig langsam laden, weil die IPv6-Verbindung gestört ist. Schalten Sie IPv6 danach wieder ein.
FRITZ!Box: IPv6 deaktivieren oder aktivieren
- Öffnen Sie
http://fritz.boxund melden Sie sich an. - Klicken Sie auf Internet > Zugangsdaten.
- Öffnen Sie die Registerkarte IPv6.
- Entfernen Sie den Haken bei IPv6-Unterstützung aktiv, um IPv6 abzuschalten, oder setzen Sie ihn, um IPv6 einzuschalten.
- Nur beim Einschalten: Kennen Sie die Vorgaben Ihres Anbieters nicht, wählen Sie Native IPv4-Anbindung verwenden.
- Klicken Sie auf Übernehmen und bestätigen Sie die Änderung, falls die FRITZ!Box danach fragt.
Achtung
Haben Sie einen DS-Lite-Anschluss, lassen Sie IPv6 eingeschaltet. Dort läuft auch IPv4 über IPv6; ohne IPv6 verliert die FRITZ!Box die Internetverbindung. Ob Sie DS-Lite haben, zeigt Internet > Online-Monitor.
Windows 11: IPv6 deaktivieren
- Drücken Sie Windows-Taste + R, geben Sie
ncpa.cplein und klicken Sie auf OK. - Klicken Sie im Fenster Netzwerkverbindungen mit der rechten Maustaste auf Ihre Verbindung, etwa WLAN, und wählen Sie Eigenschaften.
- Entfernen Sie den Haken bei Internetprotokoll, Version 6 (TCP/IPv6).
- Klicken Sie auf OK.
Zum Einschalten setzen Sie den Haken wieder; unter Windows 10 geht es genauso. Microsoft empfiehlt statt des Abschaltens, IPv4 den Vorrang zu geben. Setzen Sie dazu in der Registrierung den Wert DisabledComponents auf 32 (hexadezimal 0x20), etwa mit diesem Befehl in Terminal (Administrator), und starten Sie Windows neu:
reg add "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\Tcpip6\Parameters" /v DisabledComponents /t REG_DWORD /d 32 /fMit dem Wert 0 und einem Neustart gilt wieder der Standard.
IPv6-DNS-Server von Cloudflare, Google und Quad9
Ihr Router nutzt ab Werk die DNS-Server Ihres Anbieters, auch für IPv6. Für einen öffentlichen DNS-Dienst tragen Sie diese IPv6-Adressen ein (Angaben der Anbieter, Stand Oktober 2026):
| Dienst | IPv6, bevorzugt | IPv6, alternativ | IPv4 |
|---|---|---|---|
| Cloudflare (1.1.1.1) | 2606:4700:4700::1111 | 2606:4700:4700::1001 | 1.1.1.1 und 1.0.0.1 |
| Google Public DNS | 2001:4860:4860::8888 | 2001:4860:4860::8844 | 8.8.8.8 und 8.8.4.4 |
| Quad9 | 2620:fe::fe | 2620:fe::9 | 9.9.9.9 und 149.112.112.112 |
Quad9 blockiert unter diesen Adressen laut eigener Angabe bekannte Schadsoftware-Domains, unter 2620:fe::10 und 2620:fe::fe:10 nicht. Cloudflare filtert unter 2606:4700:4700::1112 und 2606:4700:4700::1002 Schadsoftware, unter 2606:4700:4700::1113 und 2606:4700:4700::1003 zusätzlich Inhalte für Erwachsene. Akzeptiert ein Gerät die Kurzform mit :: nicht, schreiben Sie die Nullen aus, etwa 2001:4860:4860:0:0:0:0:8888. Bedenken Sie: Der DNS-Dienst sieht, welche Domains Sie aufrufen.
In der FRITZ!Box tragen Sie die Server so ein, dass alle Geräte im Heimnetz sie nutzen:
- Öffnen Sie
http://fritz.boxund melden Sie sich an. - Klicken Sie auf Internet > Zugangsdaten.
- Öffnen Sie die Registerkarte DNS-Server.
- Aktivieren Sie Andere DNSv6-Server verwenden.
- Tragen Sie die Adressen bei Bevorzugter DNSv6-Server und Alternativer DNSv6-Server ein.
- Klicken Sie auf Übernehmen.
Für einen einzelnen Windows-11-PC tragen Sie die Server unter Einstellungen > Netzwerk und Internet in den Eigenschaften der Verbindung bei DNS-Serverzuweisung ein.
IPv6-Lookup: Was verrät eine IPv6-Adresse?
Das Präfix zeigt, welchem Provider oder Unternehmen ein Adressblock gehört, und damit meist das Land und grob die Region. Weil jeder Anschluss ein eigenes Präfix erhält, lässt er sich daran wiedererkennen, solange es gleich bleibt. Name, Anschrift oder genaue Position stehen in keiner IPv6-Adresse. Wie die Zuordnung zu einem Ort funktioniert und wie genau sie ist, erklärt IP-Geolocation.
Mit dem Tool IP-Adresse orten sehen Sie zu jeder öffentlichen IPv4- oder IPv6-Adresse Provider, Netz und ungefähren Standort. Wer viele Adressen auswerten muss, etwa aus Server-Logs, nutzt die IP-Lookup-API: Sie liefert für IPv6 dieselben Daten wie für IPv4, nennt die Version im Feld type und verarbeitet bis zu 1.000 Adressen pro Batch-Anfrage.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen IPv4 und IPv6?
IPv4-Adressen sind 32 Bit lang und bestehen aus vier Zahlen von 0 bis 255, etwa 192.0.2.1; das reicht für rund 4,3 Milliarden Adressen. IPv6-Adressen sind 128 Bit lang, werden hexadezimal mit Doppelpunkten geschrieben, etwa 2001:db8::1, und bieten rund 340 Sextillionen Adressen. Mit IPv6 hat jedes Gerät eigene öffentliche Adressen, eine Adressübersetzung (NAT) wie bei IPv4 ist nicht nötig. Heute laufen beide Versionen meist parallel („Dual Stack“).
Soll man IPv6 aktivieren?
Ja, in der Regel. Router wie die FRITZ!Box und aktuelle Betriebssysteme haben IPv6 ab Werk eingeschaltet, und bei DS-Lite-Anschlüssen funktioniert ohne IPv6 auch kein IPv4. Microsoft rät davon ab, IPv6 in Windows abzuschalten, weil sonst manche Windows-Komponenten nicht funktionieren. Deaktivieren Sie IPv6 höchstens vorübergehend zur Fehlersuche.
Was sagt die IPv6-Adresse aus?
Das Präfix, die vordere Hälfte, verrät den Provider und damit meist das Land und grob die Region – wie bei IPv4. Weil jeder Anschluss ein eigenes Präfix erhält, lässt er sich daran wiedererkennen, solange es sich nicht ändert. Die hintere Hälfte bilden aktuelle Geräte zufällig, bei temporären Adressen in der Regel täglich neu. Name und Anschrift stehen in keiner IPv6-Adresse.
Wie greife ich auf eine IPv6-Adresse zu?
Im Browser setzen Sie die IPv6-Adresse in eckige Klammern, zum Beispiel http://[2001:db8::1]/ oder mit Port http://[2001:db8::1]:8080/. Die Klammern trennen die Doppelpunkte der Adresse vom Doppelpunkt vor der Portnummer. Von außen erreichbar ist ein Gerät nur, wenn die Firewall Ihres Routers das zulässt. Link-Local-Adressen, die mit fe80 beginnen, lassen sich im Browser nicht aufrufen.
Wo finde ich meine IPv6-Adresse?
Unter Windows zeigt der Befehl ipconfig die Zeilen „IPv6-Adresse“ und „Temporäre IPv6-Adresse“. Am Mac stehen die Adressen unter Systemeinstellungen > Netzwerk > WLAN > Details > TCP/IP, am iPhone unter Einstellungen > WLAN nach einem Tipp auf die Info-Taste neben dem Netz. Adressen, die mit 2 beginnen, gelten im Internet, solche mit fe80 oder fd nur im lokalen Netz.
Wie lauten die IPv6-Adressen der DNS-Server von Google und Cloudflare?
Google Public DNS hat die IPv6-Adressen 2001:4860:4860::8888 und 2001:4860:4860::8844. Cloudflare erreichen Sie unter 2606:4700:4700::1111 und 2606:4700:4700::1001. Quad9 nutzt 2620:fe::fe und 2620:fe::9 und blockiert dabei laut eigener Angabe bekannte Schadsoftware-Domains. Akzeptiert ein Gerät die Kurzform mit „::“ nicht, schreiben Sie die Nullen aus, etwa 2001:4860:4860:0:0:0:0:8888.